Darlehensvertrag privat: Vorlage und steuerliche Aspekte

Geld unter Freunden oder in der Familie leihen — eine häufige Situation, die ohne schriftlichen Vertrag regelmäßig in Streit endet. Ab einem Betrag von 1.000 Euro sollten Sie immer einen Darlehensvertrag aufsetzen.

Warum ein privater Darlehensvertrag wichtig ist

  • Beweissicherung — Ohne Vertrag steht Aussage gegen Aussage
  • Steuerliche Anerkennung — Das Finanzamt prüft private Darlehen auf Fremdüblichkeit
  • Schenkungssteuer — Zinslose Darlehen können als Schenkung gewertet werden
  • Verjährung — Der Rückzahlungsanspruch verjährt nach 3 Jahren (Paragraph 195 BGB)

Pflichtinhalte

  • Darlehensgeber und Darlehensnehmer (vollständige Namen und Adressen)
  • Darlehenssumme in Zahlen und Worten
  • Zinssatz (oder ausdrücklich zinslos)
  • Rückzahlungsmodalitäten (Raten oder en bloc, Fälligkeit)
  • Sicherheiten (falls vereinbart)
  • Sondertilgungsrecht
  • Kündigung des Darlehens

Steuerliche Fallstricke

AspektRegelKonsequenz bei Verstoß
Zinsloses DarlehenKann als Schenkung geltenSchenkungssteuer auf ersparte Zinsen (bei Beträgen über Freibetrag)
Nicht fremdüblicher ZinsFinanzamt erkennt Vertrag nicht anZinsen nicht als Werbungskosten absetzbar
Keine RückzahlungWird als Schenkung behandeltSchenkungssteuer auf Gesamtbetrag
Darlehen an GmbH-GesellschafterVerdeckte GewinnausschüttungEinkommensteuer + Körperschaftsteuer
Schenkungssteuer-Freibeträge Ehegatten: 500.000 Euro, Kinder: 400.000 Euro, Enkel: 200.000 Euro, Geschwister/Freunde: 20.000 Euro. Unter diesen Freibeträgen fällt keine Schenkungssteuer an — auch nicht bei zinslosen Darlehen.

Kündigung des privaten Darlehens

Ohne vertragliche Regelung gilt Paragraph 488 Abs. 3 BGB: Ist keine Rückzahlungsfrist vereinbart, kann jede Partei mit einer Frist von 3 Monaten kündigen. Für den Darlehensnehmer ist es daher wichtig, klare Rückzahlungsfristen zu vereinbaren.

Checkliste privater Darlehensvertrag

  1. Beide Parteien vollständig benannt?
  2. Darlehenssumme in Zahlen und Worten?
  3. Zinssatz festgelegt (oder ausdrücklich zinslos)?
  4. Rückzahlungsplan vereinbart?
  5. Sondertilgungsrecht?
  6. Kündigungsfristen geregelt?
  7. Steuerliche Konsequenzen bedacht?
  8. Beide Exemplare unterschrieben?

Verwandt: Schenkungsvertrag Vorlage und Vertragsvorlagen Ratgeber.

Haufig gestellte Fragen

Muss ein privates Darlehen verzinst werden?
Nein, ein zinsloses Darlehen ist zulässig. Aber bei hohen Beträgen und langen Laufzeiten kann das Finanzamt die ersparten Zinsen als Schenkung bewerten. Bei Darlehen innerhalb der Schenkungssteuer-Freibeträge ist das unproblematisch.
Was passiert, wenn der Darlehensnehmer nicht zurückzahlt?
Sie können nach Fälligkeit mahnen und den Betrag gerichtlich einklagen. Ohne schriftlichen Vertrag ist der Nachweis aber schwierig. Deshalb immer schriftlich festhalten und die Überweisung als Darlehen kennzeichnen (Verwendungszweck: 'Darlehen gem. Vertrag vom [Datum]').

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