Die digitale Unterschrift hat in Deutschland denselben Stellenwert wie die handschriftliche — vorausgesetzt, es handelt sich um eine qualifizierte elektronische Signatur (QES). Aber wann reicht eine einfache E-Signatur, und wann muss es Papier sein?
Die drei Stufen nach eIDAS
| Stufe | Sicherheit | Anwendung |
|---|---|---|
| Einfache elektronische Signatur | Gering (z.B. gescannte Unterschrift) | Interne Dokumente, Bestellungen |
| Fortgeschrittene Signatur | Mittel (eindeutig zugeordnet, Aenderungen erkennbar) | Vertraege, Rechnungen |
| Qualifizierte elektronische Signatur (QES) | Hoch (Zertifikat, sichere Signaturerstellungseinheit) | Ersetzt Schriftform (Paragraph 126a BGB) |
Wann ist Papier Pflicht?
- Mietvertragskuendigung (Paragraph 568 BGB)
- Arbeitskuendigung (Paragraph 623 BGB)
- Arbeitsvertrag-Nachweis (Paragraph 2 NachwG)
- Buergschaftserklaerung (Paragraph 766 BGB)
- Schuldversprechen (Paragraph 780 BGB)
QES ersetzt Schriftform Paragraph 126a BGB: Eine QES kann die Schriftform ersetzen, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt. Fuer die oben genannten Ausnahmen ist aber ausdruecklich die Schriftform (= Papier) vorgeschrieben.
Anbieter fuer elektronische Signaturen
| Anbieter | QES | Kosten ca. |
|---|---|---|
| DocuSign | Ja (ueber Partner) | Ab 10 Euro/Monat |
| Adobe Sign | Ja | Ab 12 Euro/Monat |
| sign-me (Bundesdruckerei) | Ja (deutsch) | Ab 2 Euro/Signatur |
| D-Trust | Ja (deutsch) | Ab 1,50 Euro/Signatur |
Checkliste digitale Unterschrift
- Formvorschrift geprueft (formfrei, Textform, Schriftform)?
- Richtige Signaturstufe gewaehlt?
- Bei Schriftform: QES oder Papier?
- Anbieter DSGVO-konform?
- Signatur-Zertifikat gueltig?
Verwandt: Vertragsvorlagen Ratgeber und Formvorschriften.