Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Vorlage nach Art. 28 DSGVO

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist Pflicht, wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet (Art. 28 DSGVO). Ohne AVV drohen Bussgelder bis 10 Mio. Euro oder 2 % des Jahresumsatzes.

Wann brauche ich einen AVV?

  • E-Mail-Hosting und Cloud-Dienste
  • Externe Lohn- und Gehaltsabrechnung
  • Newsletter-Dienste (Mailchimp, Brevo)
  • Webhosting und CDN
  • CRM-Systeme
  • Externer IT-Support mit Datenzugriff
  • Datenvernichtung / Aktenvernichtung

Pflichtinhalte nach Art. 28 DSGVO

  • Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
  • Art und Zweck der Verarbeitung
  • Art der personenbezogenen Daten
  • Kategorien betroffener Personen
  • Weisungsgebundenheit des Auftragsverarbeiters
  • Vertraulichkeit — Verpflichtung der Mitarbeiter
  • Technisch-organisatorische Massnahmen (TOM) — Als Anlage
  • Subunternehmer — Genehmigungspflicht, Liste
  • Unterstuetzungspflichten — Bei Betroffenenanfragen und Datenpannen
  • Loeschung nach Vertragsende — Loeschung oder Rueckgabe aller Daten
  • Kontrollrechte des Verantwortlichen

TOM-Anlage: Technisch-organisatorische Massnahmen

Die TOM-Anlage ist das Herzstück des AVV. Sie muss konkrete Massnahmen beschreiben:

  • Zutrittskontrolle (physischer Zugang)
  • Zugangskontrolle (IT-Systeme)
  • Zugriffskontrolle (Berechtigungskonzept)
  • Trennungskontrolle (Mandantentrennung)
  • Verschluesselung
  • Pseudonymisierung
  • Wiederherstellbarkeit (Backups)
  • Belastbarkeit der Systeme

Checkliste AVV

  1. Alle Pflichtinhalte nach Art. 28 DSGVO?
  2. TOM-Anlage konkret und aktuell?
  3. Subunternehmer-Liste aktuell?
  4. Kontrollrechte vereinbart?
  5. Loeschung/Rueckgabe nach Vertragsende?
  6. Meldepflicht bei Datenpanne?
  7. Von beiden Parteien unterzeichnet?

Verwandt: Datenschutzerklaerung Vorlage und NDA Vorlage.

Haufig gestellte Fragen

Brauche ich einen AVV fuer Google Analytics?
Ja. Google verarbeitet personenbezogene Daten (IP-Adressen, Cookie-IDs) in Ihrem Auftrag. Google bietet einen Standard-AVV an, den Sie in den Analytics-Einstellungen akzeptieren koennen.
Was passiert ohne AVV?
Bussgelder bis 10 Mio. Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes (Art. 83 Abs. 4 DSGVO). In der Praxis: Die Aufsichtsbehoerden pruefen AVVs regelmaessig und verhaengen Bussgelder im fuenf- bis sechsstelligen Bereich.

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