Sorgerechtsverfügung: Vorlage für Eltern und Alleinerziehende

Was passiert mit Ihren Kindern, wenn Ihnen etwas zustößt? Ohne Sorgerechtsverfügung entscheidet das Familiengericht — und das nicht immer im Sinne der Eltern.

Wann brauche ich eine Sorgerechtsverfügung?

  • Alleinerziehende — Wenn der andere Elternteil das Sorgerecht hat, geht es automatisch auf ihn über. Wenn nicht: Gericht entscheidet
  • Ehepaare — Beim Tod eines Partners: der andere hat automatisch das alleinige Sorgerecht. Bei Tod beider: Gericht entscheidet
  • Patchwork-Familien — Stiefeltern haben kein automatisches Sorgerecht
  • Alle Eltern — Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist: die Konsequenz ist zu groß, um sie dem Zufall zu überlassen

Was regelt die Sorgerechtsverfügung?

  • Wunschvormund — Wer soll sich um die Kinder kümmern?
  • Ausschluss-Vormund — Wer soll auf keinen Fall Vormund werden?
  • Erziehungswünsche — Religion, Schule, Werte
  • Vermögensverwaltung — Wie soll das Erbe der Kinder verwaltet werden?
  • Geschwister — Sollen die Kinder zusammenbleiben?

Formvorschriften

Die Sorgerechtsverfügung folgt den Formvorschriften des Testaments: komplett eigenhändig geschrieben, mit Datum, Ort und Unterschrift. Sie kann als Teil des Testaments oder als separates Dokument verfasst werden.

Gericht ist nicht gebunden, aber... Das Familiengericht muss die Sorgerechtsverfügung berücksichtigen und den benannten Wunschvormund bestellen, es sei denn, das Kindeswohl steht entgegen (Paragraph 1782 BGB). In der Praxis folgen die Gerichte dem Elternwunsch in über 90 % der Fälle.

Checkliste Sorgerechtsverfügung

  1. Wunschvormund benannt (mit Einverständnis)?
  2. Ersatzvormund bestimmt?
  3. Ausschluss-Vormund benannt?
  4. Erziehungswünsche formuliert?
  5. Vermögensverwaltung geregelt?
  6. Geschwistertrennung ausgeschlossen?
  7. Eigenhändig geschrieben, datiert, unterschrieben?
  8. Beim Amtsgericht hinterlegt?

Verwandt: Testament Vorlage und Vorsorgevollmacht Vorlage.

Haufig gestellte Fragen

Kann ich bestimmen, wer Vormund wird?
Ja, durch die Sorgerechtsverfügung. Das Gericht ist an Ihren Wunsch gebunden, solange das Kindeswohl nicht gefährdet ist (Paragraph 1782 BGB). In über 90 % der Fälle wird der Wunschvormund bestellt.
Was passiert ohne Sorgerechtsverfügung?
Das Familiengericht bestimmt einen Vormund nach eigener Einschätzung. In der Regel werden Großeltern, Onkel/Tanten oder andere Verwandte bevorzugt. Es kann aber auch ein Berufsbetreuer bestellt werden, der die Kinder nicht kennt.

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